Ambiguitätstoleranz lernen nach Trauma bedeutet, widersprüchliche Gefühle, Bedürfnisse und innere Zustände gleichzeitig halten zu können, ohne innerlich in ein Entweder-oder zu kippen. Viele Betroffene erleben genau das als große Herausforderung. In Podcastfolge 241 sprechen wir darüber, warum diese Fähigkeit so zentral für Heilung ist und wie sie sich im Alltag entwickeln kann.
In dieser Folge knüpfen wir an die vorherige Podcastfolge zum Thema Ambivalenz nach Trauma an und gehen gemeinsam einen Schritt weiter. Wir schauen darauf, wie es gelingen kann, Ambiguitätstoleranz nach Trauma zu lernen – also Ambivalenzen nicht nur zu erkennen, sondern sie auch halten zu können, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Ambiguitätstoleranz als wichtiger Schritt auf dem Heilungsweg
Ambiguitätstoleranz lernen nach Trauma heißt nicht, dass sich innere Widersprüche auflösen müssen, sondern dass du sie halten kannst, ohne dich selbst zu verlieren.
Viele Betroffene kennen das Gefühl, gleichzeitig Hilfe zu wollen und ihr zu misstrauen. Nähe kann sich richtig anfühlen und im nächsten Moment wieder zu viel sein. Gute Phasen können genauso verunsichern wie schwere Zeiten. All das kann unglaublich irritierend sein und schnell das Gefühl auslösen: „Mit mir stimmt doch was nicht!“
Deshalb sprechen wir (Mai Nguyen und Familie Atalanta) in dieser Folge darüber, was Ambiguitätstoleranz nach Trauma wirklich bedeutet und warum sie kein rein kognitives Konzept ist, sondern etwas, das sich über Beziehung, Erfahrung und Nervensystemarbeit entwickelt.
Wir sprechen unter anderem darüber:
- welche Rolle Therapie, Beziehungserfahrungen, Grenzen und Körperwahrnehmung spielen
- warum Hilfe annehmen nach Trauma oft mit Misstrauen verbunden ist
- wie Selbstwert, Scham und Trauma zusammenwirken
- weshalb gute Phasen sich manchmal genauso unsicher anfühlen wie Krisen
- was der Unterschied zwischen einem inneren Kippschalter und einem Regler ist
Ambiguitätstoleranz heißt nicht, dass sich alles gut anfühlen muss. Sie bedeutet, dass Unterschiedliches gleichzeitig da sein darf, ohne dass du dich dafür verurteilen oder entscheiden musst.
Viele von uns Betroffenen erleben innere Widersprüche als anstrengend oder beschämend. Mit dieser Folge möchten wir dir zeigen, dass du nicht alleine bist! Und gleichzeitig möchten wir dir Mut machen, dass es nicht für immer so bleiben muss.
Die Ambiguitätstoleranz wächst zwar nicht über Nacht, aber sie kann erlernt werden. Sie entsteht Schritt für Schritt dort, wo Sicherheit, Beziehung und Mitgefühl Raum bekommen.
Um dir Ideen zu geben, wie und wo du überall Ambiguitätstoleranz nach einem Trauma lernen kannst, geben wir dir im letzten Teil dieser Podcastfolge viiiiele Ideen und Beispiele von unserem persönlichen Heilungsweg mit.
Wir wünschen dir viel Inspiration beim Hören!
Deine Mai & Familie Atalanta vom Survivor Queen Team 💛
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