Maskieren bei Trauma

Masking bei Trauma – Warum wir uns anpassen, funktionieren und uns dabei selbst verlieren

Trauma-Podcast

Key Takeaways

    Zu Maskieren bei Trauma bedeutet, sich anzupassen, Gefühle zurückzuhalten oder zu funktionieren, um sicher zu sein oder auch einfach um dazuzugehören. Viele Betroffene tun das oft jahrelang, ohne es bewusst zu merken.

    In dieser Podcastfolge 242 schauen wir gemeinsam darauf, was Masking ist, wofür es mal dienlich war und warum es uns heute manchmal mehr Kraft kostet, als wir manchmal merken.

    Ich (Mai Nguyen) spreche mit euch über ein Thema, das viele von uns sehr gut kennen, aber selten klar benennen können: Masking. Masking ist keine Schwäche und kein Zeichen von Unechtheit. Es ist eine Strategie, die wir entwickelt haben, um mit schwierigen oder unsicheren Umständen umzugehen.

    Beim Maskieren bei Trauma geht es oft darum, sich anzupassen oder zu funktionieren, um Sicherheit zu erleben, auch wenn das langfristig sehr viel Kraft kosten kann.


    Masking und Maskieren bei Trauma – Was bedeutet das eigentlich?

    Beim Masking tragen wir eine Maske. Wir zeigen bestimmte Gefühle nicht, halten Bedürfnisse zurück, passen unsere Erwartungen an oder funktionieren weiter, obwohl es innerlich ganz anders aussieht. Für viele Betroffene war genau das einmal notwendig, um sich zu schützen, Konflikte zu vermeiden oder Zugehörigkeit zu sichern.

    Wichtig ist:
    Masking ist keine bewusste Täuschung, sondern eine Überlebensstrategie, die oft sehr früh gelernt wurde.

    Wofür war Masking mal dienlich?

    Auch wenn Masking heute anstrengend sein kann, hatte es einen guten Grund. Es hat uns zum Beispiel geholfen,

    • Sicherheit herzustellen, wenn Gefühle gefährlich waren
    • Ablehnung oder Bestrafung zu vermeiden
    • Kontrolle zu behalten, wenn Ohnmacht drohte
    • dazuzugehören und nicht aufzufallen
    • im Alltag weiter zu funktionieren

    Ohne Masking hätten viele von uns bestimmte Situationen nicht überstanden. Das anzuerkennen, ist ein wichtiger Teil eines mitfühlenden Blicks auf uns selbst.

    Wobei Masking heute schaden kann

    Problematisch wird Masking nicht an sich, sondern dann, wenn wir keine Wahl mehr haben. Wenn die Maske dauerhaft bleibt, kann das auf lange Sicht sehr erschöpfend sein.

    Viele Betroffene erleben dann zum Beispiel:

    • emotionale Erschöpfung oder Leere
    • das Gefühl, nicht wirklich gesehen zu werden
    • Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen
    • den Verlust des Zugangs zu eigenen Bedürfnissen
    • Scham oder Schuldgefühle, „nicht echt“ zu sein

    Oft entsteht der Wunsch, die Maske loszuwerden, während ein anderer Teil große Angst davor hat.

    Masking und das Nervensystem

    Im Kontext von Trauma ist Masking häufig nervensystemgesteuert. Unser Körper hat gelernt, dass Anpassen Sicherheit bedeutet und Zeigen gefährlich sein kann. Deshalb reicht es nicht, sich einfach vorzunehmen, „authentischer“ zu sein.

    Gerade beim Masking bei Trauma reagiert das Nervensystem nicht bewusst, sondern schützt uns automatisch vor erneuter Überforderung oder Verletzung.

    Heilung heißt hier nicht, Masking abzuschaffen, sondern es flexibler zu machen. Es geht darum, Schritt für Schritt neue sichere Erfahrungen zu ermöglichen, sodass wir wählen können, wann wir die Maske brauchen und wann nicht mehr.


    Viele Betroffene erleben Masking als widersprüchlich oder beschämend. Mit dieser Folge möchte ich uns alle einladen, neugierig und mitfühlend auf unser eigenes Masking zu schauen.

    Wo schützt es uns heute noch? Wo dürfen wir vielleicht beginnen, kleine Teile unserer Masken ganz behutsam abzusetzen?

    Ich wünschen euch viel Inspiration beim Hören.

    Deine Mai & das Survivor Queen Team 💛


    Weitere Themen, die für dich spannend sein könnten:

    Buchempfehlung zum Weiterlesen:

    Unmasking Autism* (dt. Versteckter Autismus entmaskiert) von Dr. Devon Price:
    Ein Buch über Masking im Autismus-Kontext, aus dem sich auch viele wertvolle Impulse für Trauma mitnehmen lassen.

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